Die professionelle Pflege steht immer mehr im Spannungsfeld zwischen altersbedingten Personalabgängen und stark wachsender Nachfrage nach Pflegeleistungen. Arbeitgeber müssen darauf reagieren. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte muss prioritär sein. Sonst droht, dass überlastete Pflegekräfte vorzeitig aus dem Beruf aussteigen werden.
Mittlerweile ist nahezu jedem Arbeitgeber klar, dass die Personalbindung und -gewinnung von einer hohen Arbeitszufriedenheit abhängt. Aber trotz dieses Bewusstseins und des breiten Angebots an Fachliteratur, Fortbildungen, und Best Practice - Beispielen gelingt es vielen Unternehmern nicht, ihre Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verändern. Ein Grund könnte sein, dass insbesondere kleine und mittelständische Pflegeeinrichtungen nicht die nötigen personellen und zeitlichen Ressourcen bereitstellen (können), um Veränderungen vorzunehmen. Es scheint den meisten nicht möglich, sich im laufenden Betrieb gezielt mit den bereits vorhandenen Instrumenten auseinanderzusetzen und ihr Unternehmen im Alleingang zu analysieren und umzustrukturieren. Viele Einrichtungen wünschen sich eine externe maßgeschneiderte Organisationsberatung durch Dritte, die kleinere Unternehmen jedoch finanziell nicht überfordern darf.
Hier setzt das Projekt der Pflegebevollmächtigten an: Als ein Beitrag zur Konzertierten Aktion Pflege (KAP) unterstützt sie seit 2021 Pflegeeinrichtungen dabei, die Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende in der Pflege unter dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf flächendeckend zu verbessern.
Bis Ende 2024 nahmen bereits mehr als 550 ambulante und stationäre Langzeitpflegeeinrichtungen am Projekt teil. Über 270 konnten das Projekt bis Dezember 2024 abschließen, während die übrigen Einrichtungen noch in der Projekt-umsetzung waren. Dass das Projekt GAP einen positiven Effekt in den Einrichtungen erzielen konnte, zeigte die begleitende Evaluation.
Im Jahr 2025 ging das Projekt GAP nahtlos in die dritte Runde. Bis mindestens Juni 2026 können Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste weiterhin teilnehmen und ihre Arbeitsbedingungen verbessern!